Eine Rasse mit Geschichte

 

Im Jahr 1789 wurde 'Figure', der Stammvater der Morgans geboren. Er war braun mit schwarzem Behang, hoher Aufrichtung, hatte ausdrucksstarke Augen, eine breite Stirn und einen kurzen bemuskelten Rücken.

 

Obwohl der Hengst sehr temperamentvoll war, hatte er einen umgänglichen, sanften Charakter. diese Merkmale gab er an alle seine Nachkommen weiter, egal, welcher Stute er zugeführt wurde.
Figure gelangte als junges Pferd an den Komponisten und Lehrer Justin Morgan. Trotz seines geringen Stockmaßes von 140 cm stellte er die Leistungen von Kaltblütern in den Schatten, wenn es darum ging, Baumstämme zu bewegen. Auf der Dorfstraße besiegte er seine Herausforderer in allen Gangarten und er beeindruckte den damaligen Präsidenten James Monroe so sehr, dass dieser ihn als Paradepferd ausbilden ließ.
Aufgrund seiner Leistungen, die er in Zucht und Arbeit erbrachte, sprach man bald nur noch von Morgans Pferd. So erhielt die Rasse ihren Namen. 

Ab 1840 beherrschten die Morgans die Trab- und Galopprennszene und wurden von der amerikanischen Kavallerie ausgebildet und gefördert.
Das Morgan Horse wurde in Amerika in viele Rassen eingekreuzt, z.B. das Quarterhorse, das Saddlebred, den Tennessee Walker, um von der Schönheit und dem Charakter des Morgan zu profitieren. 
Das American Saddlebred wurde im 19. Jahrhundert von Plantagenbesitzern in Kentucky entwickelt. Sie kreuzten Vollblüter mit Morgan Horses und dem Narrangaset Pacer.
Der Gründerhengst der Tennessee Walker, geb. 1886, stammte aus einer Morganstute. Sein Vater war ein Rennpasser, so entstand aus einer Morganstute und einem Passer eine neue Rasse, der Tennessee Walker.  

 

Heute gibt es in den USA verschiedene Zuchtlinien.
Die sogenannten 'Parkhorses' verfügen über eine hohe Aktion der Vorderbeine und werden besonders für die Shows gezüchtet. Diese Linie ist oft sehr temperamentvoll, denn mit viel Esprit und Pep sollen diese Pferde in den Showarenen brillieren. In diese Linien wurden Anfang des 20. Jahrhunderts bis 1948 immer wieder Saddlebreds, manchmal auch Hackneys eingekreuzt, um die hohe Vorhandaktion zu erreichen. Nach 1948 wurde das Einkreuzen anderer Rassen in die Morgans untersagt.
Freunden der alten ursprünglichen Linien war das Einkreuzen der Saddlebreds ein Dorn im Auge, sie wollten gern den klassischen, kompakten Morgantyp erhalten, den Foundation Morgan, für den sich auch heute noch engagierte Züchter begeistern. Inzwischen sind nur noch 12 % der Morgans 100 % Foundation Morgans.            

 

Viele Pferde, die für sportliche Zwecke gezüchtet werden weisen in ihrem Stammbaum Abstammungen der Government Farm auf. Pferde, die zur Zucht eingesetzt wurden, mussten auf dieser Farm in Vermont ein strenges Testprogramm durchlaufen, um sicherzustellen, dass nur die besten Vererber ihre Gene weitergaben. Lange Zeit wurden die Pferde dieser Farm von der amerikanische Regierung unterstützt, um das Morgan Horse als amerikanisches Kulturgut zu erhalten. 

1950 stellte die amerikanische Regierung ihre Fördergelder ein, und das Zuchtprogramm wurde von der Universität von Vermont und anderen Züchtern weitergeführt. Zwischen Mai und November gehen viele Besucher auf der Farm ein und aus, erfreuen sich an den schönen Pferden und der idyllischen Landschaft.

Die UVM Farm in Weybridge, Vermont wurde 1878 von Joseph Batell erbaut. Diese im viktorianschen Stil erbaute Farm gleicht heute einem lebendigen Museum. 

 

Das Lippitt Morgan gehört zu den Morgans, deren Wurzeln bis zu dem Urahn "Figure" zurückreichen. Diese Zuchtlinie geht auf den Züchter Robert Lippitt Knight zurück. Sie bringt etwas kleinere Pferde hervor mit einem schmaleren und kürzeren Körperbau. 
Ende des 19. Jahrhunderts hat die Familie "Brunk" in Illinois eine hochwertige Zucht aufgebaut. Der Einfluss ihrer Pferde ist deutlich innerhalb der Züchtungen auf den Ranches im Westen der USA festzustellen, die unter dem Begriff "Western Working Family" bekannt sind. Mit der Ausweitung des Viehherden - Imperiums Ende des 19. Jahrhunderts entstand im Westen der USA der Bedarf nach einem zähen, wendigen Ranchpferd, das auf den Ranches, die oftmals Tausende von Acres an rauem, weiten und unerschlossenem Land umfassten, eingesetzt werden konnte. 

 

Wer noch etwas tiefer in die Geschichte des Morgan eintauchen möchte kann sich über die Links noch genauer informieren oder auch im Buch über das Morgan Horse schmökern.

 

Direkte Nachkommen von Justin Morgan

 

Der kleine Figure, der nach seinem Besitzer in "Justin Morgan" umbenannt wurde, war bald zu einem der begehrtesten Hengste der damaligen Zeit geworden und wurde Vater unzähliger Hengste und Stuten. Seine bedeutendsten Vererber der frühen Morganzucht waren seine Söhne "Sherman", "Woodbury" und Bulrush". Sie waren von der gleichen stolzen und ...
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Die Governmentlinie

 

Im 19. Jahrhundert setzte sich das Landwirschafts-ministerium dafür ein, gute Morgans auf verschiedene Kavalleriestützpunkte im Land zu verteilen, um einerseits die Farmer, wie auch die Kavallerie mit gutem Zuchtmaterial der Rasse Morgan Horse zu versorgen.
Die Eigenschaften des Morgan wie Stärke, athletische Fähigkeiten, Ausdauer, Vielseitigkeit...
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Die Lippitt Zucht

 

Der Lippitt Morgan ist ein einzigartiges Pferd innerhalb der Morganzucht. Alle Morgans, die als Lippitts vom Lippitt Club anerkannt werden gehen auf den Hengst

Ethan Allen 2nd zurück, der von der Familie Peters in Bradford, Vermont 1877 gezogen wurde.

Ethan Allen 2nd ging in direkter Linie auf den Gründerhengst Justin Morgan zurück und wies ...
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Western Working Family Morgans

Western Working Morgans gehen nicht auf einen Züchter zurück, sondern wurden von zahlreichen Ranchern und Züchtern im Westen der USA im Zeitraum zwischen 1880 und 1950 gezogen. Durch die Ausweitung des Viehherden- Imperiums am Ende des 19. Jahrhunderts entstand der Bedarf nach einem zähen, wendigen Ranchpferd , das Ausdauer mitbrachte und ein gutes Fundament, denn...
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